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1 Leinwand
4 Hölzer des äußeren Rahmens
4 Hölzer des inneren Rahmens
1 Zettel
12 Holznägel
6 Metallnägel
4 Siegelwachstropfen
2 Zahlzeichen
1 Ordinalzahl-Punkt
1 Punkt in der rechten oberen Zettelecke
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(a = b = c) |
Ebenso naheliegend erscheint, mit einem der waagerechten Hölzer des inneren Rahmens fortzufahren, schließlich trägt dieser Rahmen die Leinwand.
Da die beiden waagerechten Hölzer des äußeren Rahmens aber augenscheinlich gleich groß sind, ergibt sich bereits hier das Problem der Reihenfolge.
Das untere Rahmenholz erhält den Vorzug, weil die zwei dunklen Fixierungssnägel durch die Beleuchtung und den helleren Ton des Holzes
viel deutlicher hervortreten als beim oberen Rahmenholz, bei dem die Fixierungsnägel im Schlagschatten zurücktreten. Den Hinweis auf das als drittes Element zu betrachtende Rahmenteil gibt der Nagel auf der rechten Bildseite, der durch seine Position deutlich aus der symetrischen Ordnung der übrigen Rahmenhölzer und Befestigungselemente herausfällt: Während diese symetrisch zur senkrechten und waagrechten Mittelachse des Bildes angeordnet sind, befindet sich der rechte Nagel deutlich unterhalb der vertikalen Mitte. Zudem ist eine Dreiteilung des rechten Holzes des inneren Rahmens angelegt (siehe Abb. links). Als viertes Element bietet sich das linke vertikale Rahmenholz an, bei dem der Nagel die Mitte einer achssymetrischen Vierteilung markiert, bei der die untere Zweiteilung durch die spitzwinklige Dreiecksform der Leinwandfaser angezeigt wird, während sie die obere Zweiteilung sich aus der Verlängerung der Unterkante des Zettels ergibt. Das obere äußere Rahmenholz weist dagegen eine regelmäßige Fünfteilung auf (siehe Abb. unten). Als sechstes Element bietet sich die linke Leiste des äußeren Rahmens an: Die schwarzen Farbspuren im mittleren Bereich der Leistenvorderseite deuten den rechten Rand einer nachlässig hingepinselten Ziffer Sechs an. Ähnlich wie sich aus dem schrägen, geradlinigen schwarzen Pinselstrich im oberen Bereich des rechten äußeren Rahmenholzes und den schwarzen Waagerechten der Fugenlinie und dem darüberliegenden Pinselstrich die Ziffer Sieben konstruieren lässt. Diese Markierungsart fortsetzend, finden sich auf dem unteren Rahmenholz schwarze Pinselstriche, die als Andeutung des Randes einer liegenden Acht durchgehen könnten. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die zwei flachen Bögen, die der umgeschlagene Leinwandrand hinter den beiden unteren Nägeln bildet. |
holzes (a1 = a2, b1 = b2) |
Auf dem oberen Rahmenholz schließlich finden sich Pinselstriche, die den unteren Teil einer Neun anzudeuten scheinen. Es mag in diesem Zusammenhang erhellend sein, zu wissen, dass ein Handwerker üblicherweise die einzelnen Teile eines Rahmens markiert, um Verwechslungen bei der Bearbeitung und beim Zusammenbau der Rahmenhölzer auszuschließen. Ein Handwerker allerdings würde die inneren Rahmenteile in anderer Reihenfolge nummerieren. Er würde mit dem oberen waagerechten Rahmenteil ("Kopfstück") beginnen und mit dem baugleichen unteren Rahmenteil fortsetzen (Zapfenstücke). Nummer drei und vier wären dann die beiden, ebenfalls baugleichen, aufrechten Rahmenteile (Schlitzstücke). Die Nummerierungs-Reihenfolge der Rahmenteile des inneren Rahmens ergibt sich im Gemälde erst nachträglich durch die Positionierung der Befestigungsnägel, wurde also möglicherweise von einer anderen Person als dem Rahmenbauer gewählt. Ebenso ist die Markierung der äußeren Rahmenteile durch die Pinselstriche erst nachträglich vorgenommen worden. Ein Handwerker hätte die Markierung nämlich vor dem Aufbringen der weißen Lasierung angebracht. Man kann also in beiden Fällen den fiktiven Maler, der die Vorderseite des Gemäldes gestaltet hat, als wahrscheinlichen Urheber der Markierungen annehmen. Diese Vermutung legt nahe, dass die Markierungs-Reihenfolgen der Rahmenteile nicht Produktionsabläufen bei der Herstellung geschuldet sind, sondern dass der Maler (der fiktive Maler weist hier auf den realen Maler) ihnen eine Bedeutung im Zusammenhang der Bildsemantik verleihen wollte. Es stellt sich daher die Frage, welchem Muster/Vorbild die Nummerierungs-Reihenfolge des inneren Rahmens folgt. Reihenfolge der Rahmenteil-Nummerierung
Die Reihenfolge stimmt mit der überein, in der man beim Bau eines Hauses die einzelnen Segmente − Fundament, Seitenwände, Dach − errichten würde. |
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Einer der Holznägel in der linken unteren Ecke ist mit einer geschwungenen Faser der Leinwand verbunden, woraus sich die Form einer
gespiegelten Sechs ergibt. Links von dieser Figur ist im Schatten eine dunkle vertikale Linie zu sehen, die als die Zahl Eins interpretiert werden kann,
sodass sich in der Kombination die Zahl 16 bilden lässt. Rechts neben der linken unteren Rahmenecke lässt sich mithilfe der Stoßkante der Rahmenhölzer und der Nagelspitze als Eckpunkt ein Quadrat konstruieren, das exakt die Seitenlänge von vier Zentimetern aufweist, woraus sich ein Flächeninhalt des Quadrates von 16 cm² ergibt. Zählt man nun also diesen Holznagel als 16. Element, und bewegt sich, die Holznägel rückwärts zählend, entgegen dem Uhrzeigersinn, so ergibt sich der Holznagel in der rechten oberen Ecke als zehntes Element (siehe Abb. 3). |
Genealogische Liste im Lukas-Evangelium (3,23−38)
25 Mattitja, Amos, Nahum, Hesli, Naggai, 26 Mahat, Mattitja, Schimi, Josech, Joda, 27 Johanan, Resa, Serubbabel, Schealtiël, Neri, 28 Melchi, Addi, Kosam, Elmadam, Er, 29 Joschua, Eliëser, Jorim, Mattat, Levi, 30 Simeon, Juda, Josef, Jonam, Eljakim,
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Die Wurzel Jesse oder der Jessebaum ist ein Motiv der christlichen Kunst, das die väterliche Abstammungslinie von Jesse (i.e. Isai), dem Vater König Davids,
bis zu Jesus durch einen Baum darstellt. Der Baum entspringt der Körpermitte des liegend dargestellten Isai und zeigt im Zentrum kreisförmig eingedrehter Äste eine
unterschiedliche Anzahl seiner Nachfahren, darunter König David und König Salomo. Im Bildzentrum oder im oberen Bereich ist häufig Maria mit dem Jesusknaben abgebildet.
Das Motiv findet sich u.a. auf Kirchenfenstern und in Buchmalereien und geht auf eine Stelle im Buch Jesaja zurück (Jes 11,1-10), in der ein messianischer König verheißen wird, der gerechte Urteile fällt und das Reich einigt. Im ersten Psalm heißt es: "Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht." Etwas weiter ist von einem "Spross aus der Wurzel Isais" die Rede (10. Psalm).3 In Gysbrechts' Gemälde bildet die hervorstehende, ausgefranste Leinwandkante im linken unteren Bereich eine herausstehende Spitze und in der linken unteren Ecke scheint eine abstehende, lange Faser sich um den Holznagel (Inventar-Nr. 16) zu schmiegen. Die Spitze hatte schon bei der Vierteilung des Rahmenholzes als Markerung gedient (siehe Abb. 6). Verbindet man nun das Zentrum der kreisförmigen Holznageloberseite und die Verlängerung der sprossförmigen Spitze dort, wo sie die senkrechte Rahmenholz-Innenkante schneidet, durch eine Linie und verlängert diese nach oben, so gelangt man exakt ins Zentrum des Siegels Wie oben gezeigt wurde (Abb. 2) ist das Siegel durch eine von der unteren linken Bildecke ausgehende Linie im 66,6-Grad-Winkel mit der dreifachen Sechs attribuiert. Die dreifache Sechs kann das Siegel Salomos repräsentieren, weil diese Figur 6 Ecken, 6 Dreiecke und ein Sechseck im Zentrum aufweist. ![]() Der Maler folgt also der im Matthäus-Evangelium angegebenen Generationenfolge, in der Salomo der Nachfolger Davids und damit der Repräsentant der 36. Generation ist. Passenderweise begegnet uns hier wiederum die Zahlenfolge 1 - 6, denn Salomo als Nachfolger Davids wird im ersten Kapitel, Vers sechs des Matthäus-Evangeliums angegeben (Matth 1,6). Die auf die Errichtung eines Gebäudes verweisende Numerierungs-Reihenfolge des inneren Gemälderahmens meint somit das David verheißene und von Salomo errichtete erste feste Gotteshaus der Israeliten − den Salomonischen Tempel. Übrigens ist König Salomo auch mit der − mit der Zahl 36 korrespondierenden − Zahl 666 verbunden. Im Alten Testament wird im ersten Buch der Könige und im zweiten Buch der Chronik über den Reichtum des Herrschers berichtet: "Und das Gewicht des Goldes, das bei Salomo in einem einzigen Jahr einging, betrug 666 Talente Gold" (1 Kön 10,14; Eberfelder Bibel). |
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Vielmehr lässt sich aus der schrägen Konturlinie des Zettelknicks und den beiden Schattenlinien
der hochstehenden rechten unteren Ecke des Zettels die Ziffer Vier konstruieren. Zwar mag zur Schaffenszeit Gysbrechts unser heutiger, gregorianischer Kalender mit seinen 365 Tagen noch nicht überall im Einflussbereich der Westkirche in Gebrauch gewesen sein, doch auch sein Vorgänger, der julianische Kalender, zählt 365 Tage. Eine kulturelle Minderheit im Europa der Frühen Neuzeit allerdings verwendete − zumindest zur Bestimmung der religiö- sen Festtage und so ihre Mitglieder den Traditionen treu geblieben waren − andere Kalender- zählungen. |
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Ziffer Vier darstellenden hochstehenden Ecke unten rechts mit
dem Sommeranfang (Beginn des 4. Monats). Auch scheint die unterschiedliche Ausformung der Wachsflecken mit
den jeweiligen Jahrezeiten-Gegebenheiten zu korrespondieren: Der Punkt in der rechten oberen Ecke des Zettels könnte einen Sprößling darstellen, der gerade die Ackerkrume durchstoßen hat. Die hochstehende rechte untere Ecke könnte eine in der Sommerhitze aufgeklappte Zeltbahn darstellen. Der Wachsfleck in der linken unteren Ecke deutet eine Sichelform an; die Sichel als Werzeug der herbstlichen Ernte. Der Siegelwachstropfen oben links schließlich könnte für die winterlich versiegelte Natur stehen. Die Jahreszeiten-Zeichen entsprechen der gemäßigten Klimazone, in der Gybrechts lebte, nicht den klimatischen Verhältnissen und Wachstumszyklen der Herkunftsregion des Kalenders (Naher Osten). |
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Die Ziffer Sechs fungiert hier als Spiralform, die einen Mond darstellt, der wiederum einen Monat repräsentiert.
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| Mon(d)tag Der Kopf des Nagels oben rechts (Abb. ) ist in zwei etwa gleichgroße Teile geteilt − einen hellen und einen dunklen, was auf das Oszillieren der Erscheinung des Mondes zwischen Helligkeit und Dunkelheit verweist. Die Neigung des Nagels von etwa 6,7 Grad entspricht der Neigung der Mondachse. Dienstag Der Dienstag ist dem Planeten Mars zugeordnet. Der Nagel rechts in der Mitte (Abb. ) ähnelt mit seiner im 45-Grad-Winkel aufsteigenden Ausrichtung dem astronomischen Zeichen für den Planeten, das Schild und Speer des Kriegsgottes Mars darstellt. |
| Mittwoch Der Mittwoch ist dem Gott Merkur zugeordnet. Merkur wird häufig als junger Mann mit geflügeltem Helm oder Flügeln, die aus seinem Kopf wachsen, dargestellt. Auch das astrologische Zeichen des Planeten Merkur stellt den Flügelhelm dar. |
| Donnerstag Der Nagel unten links ist durch den zu beiden Seiten hervorstehenden, flügelförmigen Leinwandrand atttribuiert. Hier wird der Adler des Jupiter dargestellt, ein Helfertier, das die Blitze des Gottes Jupiter zu seinen Gegnern trägt. Zudem weist der Nagel auf das 4 cm × 4 cm-Quadrat (vgl. Abb. 7). Dazu passend existiert ein Magisches Quadrat, bei dem sich jeweils vier Zahlen an den Kanten reihen, das als Siegel des Jupiter5 bezeichnet wird. |
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Samstag Dem Samstag (engl. Saturday) sind der Planet Saturn und das Tierkreiszeichen Steinbock zugeordnet. In der Astrologie wird der Steinbock als "Herrscher" des Zeichens Saturn bezeichnet. Die Ziffer Drei auf dem Zettel ähnelt dem astrologischen Zeichen für den Steinbock. Zieht man eine senkrechte Linie vom Zentrum der Kreisform der Ziffer nach oben, so gelangt man exakt zum Glanzlicht des linken oberen Nagels. Das astrologische Zeichen des Sternbildes Steinbock stellt den Ziegenfisch des älteren babylonischen Tierkreises dar. Der obere bzw. vordere Teil zeigt das Gehörn der Ziege, der untere bzw. hintere Teil den Schwanz eines Fisches.
Steinbock-Zeichen |
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Sonnenzeichen | Der Sonntag ist, wie der Wochentagsname schon sagt, astrologisch der Sonne zugeordnet. Da im Bild kein weiterer Metall- nagel zur Verfügung steht, der den siebten Wochentag und das Zentralgestirn repräsentieren könnte, liegt es nahe, sich an die neben der Ziffer Drei liegende Ziffer Sechs zu halten. Das astrologische Zeichen für die Sonne ist ein Kreis mit einem runden Punkt in der Mitte. Die Sechs auf dem Zettel ist aus zwei verschieden großen Kreisbögen konstruiert, die sich zu vollständigen Kreisen ergänzen ließen. Allerdings befindet sich im Zentrum keines der aus den Kreisbögen konstruierbaren Kreise ein Punkt. |
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Die Konstruktion des astrologischen Sonnenzeichens aus der Verlängerung des größeren Kreisbogens der Ziffer Sechs und
der Verschiebung des kleinen Punktes in der rechten oberen Zettelecke (Abb. ) erscheint zunächst gesucht.
Schließlich ließe sich ebensogut der (größere) Ordinalpunkt hinter der Sechs zur Konstruktion heranziehen. Im Zusammen- hang mit einer zweiten
astrologischen Sonnen-Repräsentation im Bild wird sich aber ein weiterführender Aspekt ergeben. Aus den beiden kreisrunden Holznagel-Oberseiten in der linken unteren Rahmenecke in Kombination mit der geschwungenen Leindwandfaser, die sich an den äußersten Holzna- gel anzuschmiegen scheint, lässt sich das astrologische Zeichen des Tierkreis-Sternbildes Löwe konstruieren (Abb. ). Dieses Tierkreiszeichen ist − als kraftvollstes Zeichen des Elements Feuer − dem Sonnen-Gestirn zugeordnet. |
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Im Gegensatz zu den anderen Wochentags/Planeten/Tierkreiszeichen-Repräsenta- tionen sind die beiden Sonnen-Repräsentationen
(Abb. XX und XY) in weit von einander entfernten Bildbereichen platziert. Sie sind jedoch durch eine besondere Linie verbunden: Verlängert man nämlich die vom rechten oberen Zettelpunkt ausgehende, dann durch das Zentrum des Sonnen-Kreises verlaufende Linie (die gestrichelte Linie in Abb. XX) nach unten, so trifft diese auf das Zentrum des dritten Holznagelkopfes der linken
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Eine andere Möglichkeit stellt die sog. Equinox-Regel dar. Auf der Webseite Torahcalendar.com wird die Equinox-Regel folgendermaßen erklärt: "This rule is called the rule of the equinox, and it always places Day 15 of Month 1 on or after the Hebrew Day of the spring equinox. If at the moment of sunset at the end of Month 12, on the evening of the first crescent moon at Jerusalem, there are 15 Hebrew Days or less until the spring equinox, then Month 1 is declared. If there are 16 Hebrew Days or more until the spring equinox, then Month 13 is declared. The spring equinox will always occur on or between Day 16 of Month 12 in a Spiritual Regular Year, and Day 15 of Month 1 in the year following. The spring equinox will always occur on or between Day 16 of Month 13 in a Spiritual Leap Year [Schaltjahr], and Day 15 of Month 1 in the year following." Zum Zeitpunkt der Tagundnachtgleiche (Äquinox) überquert die Sonne den Himmelsäquator (Abb. XX). Das Frühlings-Äquinox (Frühlingspunkt) um den 21. März (des Gregorianischen Kalenders) stellt den 'Eichpunkt' des jüdischen Kalenders dar. Interpretiert man die Strecke AC in Abb. XX als Sonnenbahn, die Innenkante des senkrechten Rahmenholzes als Himmelsäquator und die 16-Teilung der Strecke als Tageszählung, dann quert die Sonne am 15. Tag den Himmelsäquator. Wie in der rabbinischen Äquinox-Regel angegeben, ist hier also Tag 15 auf dem Äquinox-Zeitpunkt plaziert. Das stellt den Idealfall dar − so soll es sein. |
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Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Ist realiter der zeitliche Abstand zwischen Equinox-Zeitpunkt und Jahresanfang nicht größer als
15 Tage, wird der laufende Monat zu Monat 1 ("Adar") erklärt. Dann handelt es sich um ein 'gewöhnliches' Jahr mit 364 Tagen −
es gilt also die auf dem Zettel angegebene Jahreslänge. Oder der zeitliche Abstand zwischen Equinox-Zeitpunkt und Jahresanfang ist größer als 15 Tage, dann wird ein dreizehnter Monat erklärt, der Beginn des neuen Jahres verzögert sich also um einen Monat und die Jahreslängen-Angabe auf dem Zettel gilt hier nicht. Der Monat 1 im Schaltjahr heißt Adar I oder Adar aleph, der eingefügte 13. Monat heißt Adar II oder Adar beth. (Zu beachten ist, dass das Kalender-System des Gemäldes nicht dem heute gültigen jüdischen Kalender entspricht.) |
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Symbolforscher Manfred Lurker führt in seinem "Wörterbuch der Symbo- lik" aus, dass die Mondphasen oder die zyklische Bewegung des Mondes von einer Spirale dargestellt werden können (vgl. Stichwort "Mondsym- bolik" u. "Spirale"). Die dargestellte Messlinie beginnt im dunklen Punkt der rechten oberen Zettelecke, dem 36. Inventar-Element, kreuzt dann die senkrechte innere Rahmenkante, wodurch zwei einander gegenüberliegende 18-Grad-Winkel entstehen, und endet im Zentrum des weißen Kreises der Holznagel-Oberseite. Zerlegt man die Zahlen im Verlauf der Linie in Faktoren, fällt eine Gemeinsamkeit auf, nämlich dass sie den Faktor sechs enthalten (36 = 6x6; 18 = 3x6). Fasst man nun den ersten Faktor als Anzahl auf und den zweiten Faktor − die Sechs −, Lurker folgend, als Spiralfigur und somit als Mondsymbol, ergibt sich in der Addition der jeweils ersten Faktoren die Summe Zwölf (Abb. ). So interpretiert, repräsentiert die Linie also zwölf Monde. Sie mündet in die kreisrunde, weiße Fläche des Holznagels, die ebenfalls als Mond aufgefasst werden kann. Hinter den zwölf Monden positioniert, stellt die Kreisfläche einen (betonten) dreizehnten Mond dar, der für den dreizehnten Monat des Schaltjahres des jüdischen Kalenders steht. |
| 1 | Ich verwende nicht die Bezeichnung Cartellino, weil das Papierstück weder den Namen des Malers noch das Herstellungsjahr des Gemäldes oder ein Motto verzeichnet (vgl. Definition der britischen National Gallery: Link). |
| 2 | Vgl. Statens Museum for Kunst, Wikimedia. Abweichend Wikipedia 66,6 cm. |
| 3 | Etwa "Stilleben mit Selbstbildnis" (1663) oder "Trompe l'oeil with Studio Wall and Vanitas Still Life" (1668) |
| 4 | Text nach der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Katholische Bibelanstalt, Stuttgart, 1980. |
| 5 | Diese Benennung und Zuordnung geht angeblich auf Agrippa von Nettesheim (1486−1535) zurück (vgl. Wikipedia, Magisches Quadrat). Ein Magisches 4 × 4-Quadrat findet sich auf Dürers berühmtem Kupferstich Melencolia I (1514). |
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